Seit fast einem Monat treffen sich Schüler*innen zur Gründung einer Alzeyer Ortsgruppe der Bewegung „Fridays for Future“. Seit gestern haben sie auch eine eigene Online-Präsenz und der erste Streik in Alzey wird zur Zeit geplant. Die Bewegung thematisiert die Missstände unserer aktuellen Umweltpolitik, indem sie Schüler*innen weltweit zu Streiks aufruft, bis ein ökologischer Wandel unserer Politik stattgefunden hat.

Link zur Website von Fridays for Future Alzey

Klima versus Kapitalismus

Um diesen ökologischen Wandel zu erreichen ist es wichtig auf den Widerspruch zwischen Kapitalismus und Umweltschutz hinzuweisen. Den grünen Kapitalismus kann es nicht geben, denn ein ökologischer Wandel wird in einem System, in dem die Profite der Konzerne vor dem Wohl der Menschen stehen, nicht realisiert. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Hambacher Wald: Die aktuell gültigen Leitentscheidungen zu den Abbaugrenzen des Hambacher Walds beschloss 2016 die prokapitalistische Koalition aus den Grünen und der SPD in Nordrhein-Westfalen. Obwohl die Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen sich gegen dessen Rodung aussprach, gab die Landesregierung NRWs Millionen aus für einen gewaltsamen Rodungsversuch gegen den Willen der Menschen und selbst jetzt laufen diese Bemühungen zur Gewinnmaximierung RWEs weiter.

Daher fordern wir einen antikapitalistischen Umweltschutz:

  • Wir fordern einen sofortigen Ausstieg aus der Kohle und eine komplette Umstellung auf erneuerbare Energien mit Entschädigungszahlungen von RWE für die zerstörte Umwelt. Die Gelder sollen in die Weiterbildung und die Renten der Angestellten RWEs fließen und diesen Perspektiven außerhalb der Kohle schaffen.
  • Wir fordern eine Überführung der größten Energiekonzerne in Gemeineigentum unter demokratischer Kontrolle, sowie die Demokratisierung der Bewegung Fridays for Future, denn Umweltschutz kann nur unter der Mitbestimmung aller funktionieren und sollte nicht im Ermessen von Energiekonzernen wie RWE liegen.
  • Wir müssen die Produktionsweisen auf eine durch die Bevölkerung verwaltete und kontrollierte Wirtschaft umstellen, damit Überproduktion abgebaut und die Produktion selbst nachhaltiger gestaltet werden kann. Subventionen in klimaschädliche Sektoren müssen ebenfalls abgebaut werden.
  • Zur Zeit ist das Leben in vielen ländlichen Regionen ohne Auto nicht möglich und für viele ist der öffentliche Personennahverkehr (kurz: ÖPNV) kaum bezahlbar, daher fordern wir einen flächendeckenden und gut getakteten ÖPNV zum Nulltarif und damit eine Alternative zum Auto.

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