Ich möchte zuallererst einmal die Geschichte von Fridays for Future Revue passieren lassen. Seit gut einem halben Jahr schon ist die Bewegung in Deutschland aktiv, organisiert Demos, Streiks und baut interne Strukturen auf. Zehntausende sind an so manchem Freitagvormittag auf der Straße gewesen, und doch ist der Kern der Debatte darum noch immer, dass das sogenannte ‚Schule schwänzen‘ dabei doch nicht nötig sei. Liebe Genossinnen und Genossen, das ist eine Missachtung unseres Engagements für eine lebenswerte Welt, und genau diese Missachtung zeigt mir, dass wir auf jeden Fall auch weiterhin auf ungewöhnliche Art und Weise Aufmerksamkeit auf uns ziehen müssen. Bisherige Klimademos in der Freizeit haben uns vage Versprechen von Seiten der Regierung gebracht, wie das 2-Grad-Ziel, das auf der Pariser Klimakonferenz 2015 beschlossen wurde. Diese Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad in den nächsten 80 Jahren sieht in der Realität so aus, dass wir uns eher bemühen müssen, dass wir das 4-Grad-Ziel bis 2100 nicht verfehlen.

Unsere Not ist den Politiker*innen egal!

Erst jetzt, wo wir die Klimademo mit einem Schulstreik verknüpfen, kommt uns zumindest etwas Aufmerksamkeit zuteil. Doch auf das edle Entgegenkommen der Herrschenden kann ich verzichten, wenn sie mir einen Kohleausstieg bis 2038 vorschlagen! Ich fordere sofortige Maßnahmen, um einen Kohleausstieg so bald und so schnell wie möglich umzusetzen, anstatt eine weitere Frist, eine Zahl, die ohne Verbindlichkeit ohnehin nicht eingehalten wird. Und weil ich das fordere, bin ich froh, dass ihr heute hier seid, damit wir gemeinsam dafür kämpfen können.

Ich wurde euch ja als Redner von der linksjugend angekündigt, da hat sich vielleicht der/die eine oder andere schon mental vorbereitet, jetzt kommt der Kommunist und redet von der Weltrevolution. Ich möchte euch nur mal zum Nachdenken anregen darüber, dass durch Braunkohleförderung, durch klimaschädliche Abwrackprämien und durch den gewollten Verschleiß von zum Beispiel Elektroartikeln Lobbyinteressen bedient werden, die nur darauf aus sind, das Wirtschaftswachstum in die Höhe zu treiben und mehr Geld zu verdienen. Das Klima ist denen egal, und das Geld, das bleibt in der Chefetage, das kommt nichtmal bei uns an. Wir werden vom System ausgebeutet, nicht nur wir Menschen, sondern auch die Umwelt, in der wir leben.

Aber da könnt ihr auch allein drüber nachdenken, deswegen möchte ich euch jetzt zum Ende meiner Rede noch auf einen weiteren kleinen Protest hinweisen, der demnächst in Deutschland stattfindet, und zwar die Aktion ‚Ende Gelände‘. Da haben sich letztes Jahr bereits über 5000 Menschen getroffen, um zu zeigen, dass sie einen sofortigen Kohleausstieg wollen, und das haben sie auf eine kreative Art und Weise gemacht, denn, wie gesagt, herkömmliche Demonstrationen beachten die Politiker nicht. Deswegen ist das Konzept von Ende Gelände, dass man sich direkt an der Förderstelle der Braunkohle trifft, und sich dort dann in die Kohlegrube setzt, oder auf die Gleise der Kohlebahn legt, damit dort nicht mehr ungestört Kohle gefördert werden kann. Dieses Jahr vom 19.-24. Juni, also in gut einem Monat, fahren dafür Menschen aus ganz Europa ins rheinische Braunkohlerevier bei Köln zum Hambacher Wald, wo der größte Tagebau Europas liegt. Da ist auch Polizei vor Ort, aber das bleibt sehr friedlich alles, solang wir zu tausenden dort sind. Warum erzähle ich euch das alles? – Weil ihr hinfahren sollt natürlich. Ich fahre hin, es gibt Busanreisen aus Mainz dorthin, die von Fridays for Future organisiert werden, denen könnt ihr euch anschließen, oder ihr schaut auf unserer Website linksjugend-alzey.de, da veröffentlichen wir demnächst einen Termin für eine Zuganreise. Ihr könnt einfach mal Ende Gelände googlen oder mich fragen wenn ihr mehr wissen wollt, aber es ist quasi wie ein großes Zeltlager, nur dass man sich gleichzeitig noch fürs Klima einsetzt. Ich hoffe dass ich da viele von euch wiedersehe, und bedanke mich für eure Aufmerksamkeit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere