Am Sonntag, den 24.2.2019 fand in Alzey eine Demonstration vom Alzeyer Bahnhof zum Zirkusgelände mit anschließender Mahnwache gegen Wildtierhaltung in Zirkussen statt. Hintergrund ist die Haltung von vier sibirischen Tigern im in Alzey gastierenden Wanderzirkus Manuel Weisheit. Die Tiger, welche in der Natur ein Areal von vielen hundert Quadratkilometern durchstreifen, werden auf einer trostlosen Fläche von hundert Quadratmetern gehalten und dazu gezwungen, unnatürliche Kunststücke vorzuführen. Als in der vorherigen Woche junge Aktivist*innen Flyer gegen diese Praxis verteilen wollten und ein Gespräch suchten, wurden sie von Mitarbeiter*innen des Zirkus angegriffen und verletzt.

Anlässlich dieser Ereignisse, trafen sich am Sonntag über 60 Menschen, unter anderem Mitglieder von Peta 2, der linksjugend [’solid], der Tierhilfe Phönix und der Tierfreunde Bad Kreuznach, am Alzeyer Bahnhof und zogen durch die Ostdeutsche Straße ins Industriegebiet zur Autobahnbrücke A61, unter der der Zirkus seine Zelte aufgeschlagen hat und die Tiere hält. Dabei skandierten sie Sprüche wie ,,Artgerecht ist nur die Freiheit!“ und „Kein Applaus für Tierquälerei!“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr Tieren die Freiheit raubt!“. Die Demonstrant*innen versammlten sich vor den Toren des Zirkusses. Dort zeigten sie den Zirkusbesucher*innen, die zur Vorstellung kamen, ihre Fahnen und Schilder. Das Verteilen von Flyern wurde polizeilich untersagt.

Die Mitarbeiter*innen des Zirkus drohten den Demonstrant*innen dabei mit eindeutigen Gesten und riefen sexistische Beleidigungen. Teilweise mussten sie von den Polizisten beruhigt werden. Ein LKW-Fahrer des Zirkus fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Aktivist*innen vor den Toren zu und musste durch die Polizei zum stehen gebracht werden.
Als die Zirkusvorstellung begann, endete die Demonstration, doch auch im Anschluss stießen Zirkusmitarbeiter*innen noch Drohungen gegenüber einzelnen Demonstrant*innen aus. Dies wurde glücklicherweise durch eine der anwesenden Personen gefilmt.

Wir als Linksjugend [’solid] setzen uns dafür ein, dass die Zurschaustellung von Wildtieren im Zirkus beendet wird. Es gibt unzählige Beispiele erfolgreicher Zirkusse, die auf die Haltung von Wildtieren verzichten. Wir kämpfen sowohl auf kommunaler Ebene für ein Verbot der Wildtierhaltung, wie es schon z.B. in Worms und Stuttgart eingeführt ist, als auch für eine bundesweite Regelung für die Haltung von Wildtieren, wie sie in 21 europäischen Ländern existiert und vom Bundesrat empfohlen ist. Vorallem aber muss der Import und die unsachgemäße Zucht von aus der Wildnis gefangenen Tieren verboten und durch wirksame Kontrollen unterbunden werden, für eine Welt, in der Lebewesen nicht zu profitbringenden Objekten degradiert werden!

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