Vom 15. bis 24. 2. gastiert der Circus Manuel Weisheit in Alzey. Hauptattraktion sind vier Sibirische Tiger. Der Zirkus wirbt auf seiner Seite damit, dass die Tierhaltung den Zirkusleitlinien entspreche und jeder sich „den ganzen Tag über kostenlos und ohne Anmeldung frei zugänglich“ ein Bild von den Haltungsbedingungen machen dürfe.

Am Freitag den 15. Februar um 17 Uhr fand die erste Vorstellung des Zirkusses statt. Sechs unserer Genoss*innen kamen, um sich ein Bild vom Zirkus zu machen. Zwei verteilten Flyer mit einem Text über die Haltung von Wildtieren in Zirkussen und tiergerechten Zukunftsperspektiven. Im Text des Flyers wurde auch darauf geachtet, dass Perspektiven für den Zirkus aufgezeigt werden, dessen Programm nach eigenen Angaben ohnehin nur zu 15 Prozent von Tieren abhängig ist.

Von den Flyern konnten allerdings nur 4 verteilt werden, denn die Genoss*innen wurden augenblicklich von Mitarbeitern des Zirkusses angegriffen. Diese machten hierbei keinen Unterschied, ob jemand Flyer verteilt hatte oder nicht und auch keinen darin, ob sie Minderjährige angriffen. Der im Internet propagierten Offenheit und Transparenz setzten sie – vor den Augen etlicher noch vor dem Zirkus anstehender Kinder – reale Gewalt entgegen. Mehrere unserer Genoss*innen erstatteten Anzeige wegen Körperverletzung.

In der Folge kamen vier Polizeiwagen und auch den Polizist*innen gegenüber verhielten sich die Mitarbeiter äußerst aggressiv. Immer wieder brüllten sie äußerst brutale Morddrohungen gegen uns. Etliche Menschen, die bis dahin anstanden, verließen in Folge die Warteschlange vor dem Zirkus.
Nachdem wir unsere polizeilichen Aussagen gemacht hatten, verließen wir den Ort des Geschehens. Einige suchten das örtliche Krankenhaus auf, um sich ihre Verletzungen schriftlich geben zu lassen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Solidarität, die wir von anderen anwesenden Tierrechtschützer*innen erhielten.

Dies ist nicht das erste mal, dass der Circus Manuel Weisheit durch Gewalt auffällt. Auch die Zeitung Heidelberg24 berichtete bereits von Drohungen und Obszönitäten der Zirkusmitarbeiter und der gemeinnützige Verein „Tierhilfe Phönix“ berichtet sogar, dass Mitarbeiter des Zirkusses vor 5 Jahren in Alzey einen Fotografen so schlimm zusammenschlugen, dass er vom Rettungswagen abgeholt werden musste.

Doch die uns entgegengebrachte Gewalt darf uns nicht vom eigentlichen Übel ablenken – die Ausbeutung von Wildtieren. Die Wildtierhaltung in Zirkussen ist bereits in 21 anderen EU-Ländern verboten und sowohl die Bundestierärztekammer als auch der Bundesrat fordern auch hierzulande immer wieder ein solches Verbot. Desweiteren ist nicht nur die Wildtierhaltung in Zirkussen, sondern auch der Fakt, dass es offensichtlich einen Markt für Wildtierfang und -haltung gibt, ein großes Problem.

Um diesem Thema gerecht zu werden, werden wir morgen einen eigenen Bericht dazu veröffentlichen.

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