Seit Jahrzehnten ist der 1. Mai der internationale Tag der Arbeiter*innenklasse. An diesem Tag demonstrieren wir auf der ganzen Welt gegen den kapitalistischen Raubbau an Mensch und Natur und setzen dem die Hoffnung auf eine gerechte und ökologische Welt entgegen – eine Welt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Wir zeigen, dass durch solidarischen Zusammenhalt und das Organisieren in Gewerkschaften, Parteien und Bewegungen noch sehr viel auf dieser Welt zu bewegen ist. Der 1. Mai lehrt uns dabei immer wieder, dass wir gemeinsam und vereint kämpfen müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Wir leben immer noch in einer Welt voller Ausbeutung und Leid, welches wir nur überwinden können, wenn wir gemeinsam zusammenstehen. Als arbeitende und lernende Jugend vereinen uns gemeinsame Interessen. Wir alle sind betroffen vom Abbau sozialer und demokratische Rechte. Unsere Stärke liegt in unserer Einigkeit und Solidarität, deshalb zeigen wir klare Kante gegen jeden Versuch uns nach unserer Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexuellen Orientierung zu spalten.

Unser Genosse bei seiner Rede

Schon vor 100 Jahren mussten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg erleben, dass ohne Einigkeit und Entschlossenheit der Kampf für die Interessen der Arbeitenden verloren ist. Die Revolution scheiterte. Die Führung der SPD ließ faschistische Mörderbanden auf ihre ehemaligen Genoss*innen schießen. Rosa und Karl überlebten diesen rechten Terror nicht. Ihre Worte bleiben uns bis heute Lehre und Ansporn: „Wer sich nicht bewegt spürt seine Fesseln nicht!“

Unser Ziel ist eine Gerechte Gesellschaft zu erkämpfen, in der Menschen mehr Wert sind als der von ihnen erarbeitete Mehrwert. Das geht nur, indem wir uns den wahren Problemen stellen und diese sind nicht, dass zu viele zu uns fliehen, sondern, dass das ganze Geld was unsere Klasse erwirtschaftet in die Taschen Einzelner, nämlich die der Bourgeoisie, fließt und dagegen wird rein gar nichts unternommen! Im Gegenteil: Durch Gesetze wie Hartz-4 und den voranschreitenden Sozialabbau wird der Klassengegensatz immer deutlicher. Um das Problem der sozialen Ungerechtigkeit zu lösen, reicht es nicht, den Hartz-IV Satz zu erhöhen, denn der ewige Armutskreislauf bleibt weiterhin bestehen.

Die Demonstration
Auf dem Weg zum Rossmarkt

Wir kämpfen für ein Einkommen das zum Leben reicht. Für eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Für bezahlbare Mieten und einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr. Für die Enteignung der Klimakiller und eine klimaneutrale Wirtschaft. Gegen die Festung Europa und für deren Abrüstung.

Diese Ziele können wir nur gemeinsam erreichen. In den Mitgliedsgewerkschaften des DGB organisieren sich Millionen Beschäftigte, um für ihre Rechte und Interessen einzutreten. Nur gemeinsam können wir den Interessen des Kapitals unsere Vision einer freien Gesellschaft entgegensetzen. Auch nach dem 1. Mai heißt es deshalb aktiv werden im Betrieb, in der Schule und Hochschule.

Auf dem Rossmarkt angekommen
Rede Alexander Ulrichs, MdB DIE LINKE

Am 26. Mai sind jedoch auch Europa- und Kommunalwahlen. Genau hier sollten wir alle zeigen, dass wir mit der Ausbeutung nicht zufrieden sind und keine angeblichen Sozialdemokrat*innen brauchen, die immer Besserung versprechen, aber das Gegenteil umsetzen. Es ist wichtig, eine antikapitalistische Gegenkraft zu etablieren und den Menschen zu zeigen, dass es soziale Lösungen für ihre Nöte, wie zum Beispiel die mangelnde Mobilität und die steigenden Mieten, gibt.

Doch dürfen wir uns nicht der Illusion hingeben durch die Parlamente der EU ließen sich soziale Forderungen umsetzen, denn diese ist eine Wirtschafts- und Währungsunion und in zunehmendem Maße auch eine Militärsunion. Durch die mangelnde Möglichkeit des Parlaments Gesetze einzubringen ist selbst ihre demokratische Legitimation gefährdet. Mit ihrer Wirtschaftspolitik dient auch sie der Bereicherung der Reichen und lässt finanzschwächere Länder, wie Griechenland, ausbluten, während Deutschland sich mit seinen Rekordexporten und Subventionen weiter bereichert und die ausländischen Märkte übernimmt.
Doch dürfen wir auch nicht nationalistischen Forderungen eines Exits nacheifern. Die EU kann gegen den Populismus der Rechten nur verteidigt werden, indem wir sie von Grund auf neu in Form einer Solidarunion denken, in der nicht die Wirtschaft, sondern der Mensch zählt – eine Union, die soziale Standards statt Armut, Frieden statt Grenzen und eine einheitliche radikale Umweltpolitik schafft. Dafür lasst uns heute, sowie an vielen weiteren Tagen gemeinsam auf die Straße gehen und dort gemeinsam unsere Forderungen erkämpfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.