Rede zur Gedenkveranstaltung des 09. Novembers:
„Wir schreiben das Jahr 2018. Viele Jahre nachdem es dem Nationalsozialismus möglich war, sich so stark in die Mitte der Gesellschaft zu drängen, dass es toleriert wurde, Menschen auf Grund ihrer Herkunft und Religion zu erniedrigen und ihnen alles zu nehmen – vor allem die Würde. Begriffe wie Kristallnacht werden, ohne darüber nachzudenken, benutzt, ohne dass der geschichtliche Hintergrund erkannt wird. Wir müssen uns alle dafür einsetzen, diesen Tag rechten Strukturen nicht zu überlassen. Unsere Waffe heißt Solidarität und wir stehen heute hier, um uns dafür einzusetzen, dass die Geschichte nicht ungeschehen gemacht werden kann und somit nie vergessen wird.
 
Heute leben wir in einer Gesellschaft, die aufgrund ihrer Geschichte schon lange einen Schlussstrich unter dem Rassismus hätte ziehen müssen. Doch stattdessen haben wir eine Politik, die scheinbar stumm zu schaut, rechte Parteien wie die AfD steigen auf und wir müssen uns vor Augen halten und dürfen es nicht leugnen, dass in dieser Welt Zustände herrschen, die nie wieder vorkommen sollten. Ereignisse, die den Geschehnissen des 9. und 10. Novembers 1938 in einer Art und Weise ähneln, wie es sie nie wieder geben sollte.
 
In den letzten Wochen wurden in Chemnitz 3 Restaurants angegriffen – darunter ein jüdisches. Alle entsprachen nicht dem deutsch-nationalen Weltbild der Neonazis. Aber nicht nur in Chemnitz marschieren wieder Neonazis auf den Straßen, auch in Alzey demonstrieren sie an Hitlers Geburtstag und greifen Menschen und Menschenrechte an. Wenn auf unseren Straßen ehemalige Mitglieder der verbotenen „Weißen Wölfe Terrorcrew“ aufmarschieren, dürfen wir nicht schweigen. Wir müssen uns entschlossen und gemeinsam entgegen stellen. Unsere Aufgabe heißt nun Kämpfen: Gemeinsam gegen den Faschismus und Nationalismus, der in unserer Gesellschaft schon viel zu viel Anerkennung und Akzeptanz gefunden hat.“

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