Am Samstag, den 4. August 2018, fand eine Demonstration der faschistischen Partei „Die Rechte“ Landesverband Südwest mit Unterstützung des „Nationalen Widerstands Zweibrücken“ und der „Kameradschaft Rheinhessen“ unter dem Titel „Gegen Sozialabbau und Überfremdung“ durch die ansonsten idyllischen Volkerstadt Alzey statt.

Nachdem die letzten faschistischen Mahnwachen und Kundgebungen in Rheinhessen immer kleiner geworden waren, war diese Demo mit etwa 30 Neonazis wesentlich stärker besucht. Dieser besorgniserregende Zuwachs lag vor allem an der noch sehr jungen Kameradschaft Rheinhessen, über welche bislang nur wenig bekannt ist. Christian Häger sprach einmal für diese Kameradschaft in Zweibrücken und ist demnach ein wichtiges Mitglied der Kameradschaft. Christian Häger ist der Bundesvorsitzende der NPD-Jugend und Gründer des Aktionsbüros Mittelrhein. Dies zeigt, dass die Vernetzung und Strukturierung der Neonazis in der Region und überregional voran geht und sie damit eine immer größere Gefahr darstellen.

Die Faschist*innen sammelten sich zu ihrer Auftaktkundgebung am Zentralen Omnibusbahnhof, während etwa siebzig Gegendemonstrant*innen, unter ihnen viele Teilnehmer*innen der zuvor abgehaltenen Seebrückendemo, vor dem daneben befindlichen Bahnhofsgebäude eine antifaschistische Kundgebung abhielten.
Eine Gruppe durchtrainierter Faschisten in Uniformen der Kameradschaft Rheinhessen versuchte um das Bahnhofsgebäude herum zur Antifaschistischen Kundgebung zu gelangen und dort für Aufruhr zu sorgen. Allerdings stellte sich ihnen eine große Überzahl an Antifaschist*innen geschlossen entgegen, sodass die Nazis nur Schläge antäuschten und provozierten, bis die Polizei kam und sie zur rechten Demo schickte.

Nachdem die Neonazis ihre Reden gehalten und das Deutschlandlied gesungen hatten, zogen sie den Bahnberg hinunter, dicht gefolgt von der antifaschistischen Demo. Am Museum hielten die Faschist*innen eine Zwischenkundgebung ab, die von den Gegendemonstrant*innen von allen Seiten durch Rufe wie „Schoppe is für alle da – Rheinlandpfälzer Antifa“, „Alzey Nazifrei!“ und „Wir wollen Rente und Ausbildungsplätze, statt Rassismus und rechte Hetze!“ kritisch begleitet wurde.
Dann zogen die Nazis weiter durch einige mäßig bis gar nicht belebte Straßen der Volkerstadt bis sie wieder unseren Bahnhof erreichten. Die Polizei versuchte unterwegs, zu verhindern, dass sich einige Antifaschist*innen welche auf einer anderen Seite der Nazidemo gestanden hatten, wieder ihrem Demonstrationszug anschlössen, was den Demonstrant*innen dennoch gelang. Nachdem die Faschist*innen überwiegend mit Zügen abgereist waren, begannen die Antifaschist*innen eine symbolische Putzaktion, bei der sie mit Wasser und Besen die Bahnhofstraße schrubbten und „Fegt ihn weg, den braunen Dreck“ und „Für die Freiheit, für das Leben Nazis von der Straße fegen!“ riefen.

Wir als Linksjugend [’solid] stellen uns den Nazis entschlossen entgegen und verurteilen jegliche menschenverachtende Hetze. Wir fordern stattdessen bessere Sozialleistungen für Alle, bezahlbaren Wohnraum, kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr und effektiven Umweltschutz. Nur wenn Alle, welcher Nationalität sie auch angehören, zusammenhalten, können diese Ziele erreicht werden. Hoch die internationale Solidarität, keinen Fußbreit den Faschisten!

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